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Können Induktionskochfelder der Gesundheit schaden?

Miele InduktionskochfelderWenn es sich um eine neuartige Technologie handelt, dann werden Fragen bezüglich einer möglichen Gesundheitsschädlichkeit schnell laut. Das ist auch beim Induktionskochfeld nicht anders. Dabei stellt sich vor allem die Frage,  inwiefern das magnetische Wechselfeld, welches zur Erzeugung der Wärme beim Kochvorgang mit Induktion erforderlich ist, Auswirkungen auf die eigene Gesundheit hat. Inwiefern sollten Schwangere besser nicht mit Induktion kochen? Ist vielleicht auch die Gesundheit der eigenen Haustiere gefährdet? Immerhin können Hunde und Katzen beim Induktionskochfeld offensichtlich einen Ton wahrnehmen, der vom Menschen nicht zu hören, für die Tiere aber sehr unangenehm ist. Welche möglichen gesundheitlichen Auswirkungen ein Induktionskochfeld haben kann, möchten wir an dieser Stelle daher näher ergründen.

Harmlos mit Induktion kochen oder Gesundheitsschäden fürchten?

Induktion GesundheitElektromagnetischen Wellen im Form vom Wirbelströmen mit einer Frequenz von 20 bis 60 Kilohertz sorgen dafür, dass wir uns diese Frage heute überhaupt stellen müssen. Dabei sagen die meisten Hersteller von Induktionskochfeldern natürlich, dass die von Ihnen verwendete Technologie völlig harmlos sei und keine gesundheitlichen Schäden hervorrufen würde. Doch die Großkonzerne haben natürlich auch ein wirtschaftliches Eigeninteresse daran, ihre Geräte als ungefährlich und somit als nicht ungesund zu vermarkten. Sieht die Realität wohlmöglich ganz anders aus? Schließlich gibt es ausreichend Kritiker, die meinen, dass gerade Schwangere sowie Menschen mit einem Herzschrittmacher besser nicht mit Induktion kochen sollten.

Es gibt sogar Ärzte, die bereits vor dem Problem mit dem Herzschrittmacher gewarnt haben. Denn sie vermuten, dass dieser durch den Frequenzbereich von Induktionskochfeldern zum Leid der Patienten verstellt werden könnte. In der Praxis gibt es bisher laut unserer Recherche jedoch keinen solchen Fall, der bekannt ist. Dennoch warnen viele Experten, dass man einen Mindestabstand von 30 bis 40 Zentimeter in der Horizontalen einhalten sollte, um eine mögliche Gefahr abzuwenden. Was sollen Sie als Verbraucher bei so vielen unterschiedlichen Aussagen nun also glauben?

Das rät die Stiftung Warentest

Auch die Stiftung Warentest hat sich mit den möglichen Nebenwirkungen von Induktionskochfeldern bereits beschäftigt und eine entsprechende Einschätzung herausgegeben. Diese möchten wir Ihnen an dieser Stelle natürlich nicht vorenthalten. Gehen wir zunächst auf die sogenannten magnetischen Streufelder ein. Denn beim Kochen mit Induktion wird schließlich ein Magnetfeld erzeugt, um den induktionsgeeigneten Topf mit seinem ferromagnetischen Boden zu erhitzen. Streuverluste lassen sich dabei nicht vermeiden, so dass die Gefahr besteht, dass Sie als Verbraucher mit eben diesen Streufeldern in Kontakt kommen könnten. Doch wie hoch ist das Risiko wirklich?

Die EU hat festgelegt, dass bestimmte Grenzwerte für solch eine Abstrahlung gelten, damit das gesundheitliche Risiko nicht zu groß wird. Denn sonst geht man davon aus, dass diese Streufelder in den menschlichen Körper eindringen und sich wohlmöglich negativ auf die Zellen des Körpers auswirken könnten. Das möchten Sie natürlich vermeiden. Zum Glück ist es jedoch so, dass zumindest die Induktionskochfelder, die von der Stiftung Warentest eingehend überprüft wurden, nicht einmal annähernd an den von der EU vorgesehenen Grenzwert herankamen. Eine Ausreizung von maximal 16 Prozent dieses Werts zeigt also ganz deutlich auf, dass die Gefahr der Abstrahlung nicht sonderlich hoch zu sein scheint.

Tipp: Damit möglichst wenige Streufelder entstehen können, sollten Sie allerdings sicherstellen, dass der Topf korrekt auf der Kochzone steht und diese komplett bedeckt. Falls dem nicht so ist, kann die Abstrahlung sonst signifikant ansteigen, wobei im Test dennoch nicht einmal die Hälfte des Grenzwertes selbst in diesem Szenario erreicht wurde. Platzieren Sie den Topf also immer mittig auf der Kochzone, um dieses unnötige Risiko zu vermeiden.

Was rät das Bundesamt für Strahlenschutz?

Wenn Sie sich Rat von offizieller Stelle wünschen, werden Sie sicherlich froh sein, dass sich auch das Bundesamt für Strahlenschutz zu dieser Thematik geäußert hat. Neben dem Hinweis, dass Sie Ihr Kochgeschirr möglichst immer zentriert auf dem Kochfeld abstellen sollten, wird auch ein Mindestabstand von 5 bis 10 Zentimetern empfohlen. Dieser wird horizontal von der Kante Ihres Herdes gemessen. Wenn Sie hingegen einen größeren Abstand halten, dann nimmt die Strahlenbelastung natürlich ab. Achten Sie darauf also gezielt beim Kochen. Folgende Hinweise hat die zuständige Behörde zu Ihrer eigenen Sicherheit in diesem Zusammenhang ebenfalls herausgegeben:

Hinweise Beschreibung
Kochgeschirr Verwenden Sie kein defektes Kochgeschirr, dessen Boden nicht mehr plan ist, da sonst eine höhere Abstrahlung droht. Verwenden Sie ausschließlich Kochgeschirr, welches ausdrücklich induktionsgeeignet ist.
Sicherheitsvorschriften Beachten Sie alle Sicherheitsvorschriften der Hersteller (siehe Bedienungsanleitung).
Größe Die Größe Ihres Kochgeschirrs sollte zu den Kochzonen passen, damit diese möglichst komplett bedeckt werden.
Kochfelder Nutzen Sie nach Möglichkeit die hinteren Kochfelder. Wenn Sie die vorderen Kochfelder nutzen, ist dabei eine reduzierte Leistung zu empfehlen.
Kochlöffel Nutzen Sie keine Metallkochlöffel (dieser Sicherheitstipp gilt besonders dann, wenn Sie einen Herzschrittmacher oder Defibrillator tragen).
Herzschrittmacher/Defibrillator Bei einem Herzschrittmacher oder Defibrillator: fragen Sie Ihren Arzt, ob er oder sie Bedenken gegenüber dem Kochen mit Induktion hat und hören Sie auf diesen Rat.

Kochen mit Induktion während der Schwangerschaft?

Auch wenn nicht klar ist, inwiefern sich das Kochen mit Induktion auf Ihre Gesundheit auswirken kann, sind sich die Experten sicher, dass schwangere Frauen besser nicht mit Induktion kochen sollten. Denn wenn es um die Sicherheit und das Wohlbefinden eines ungeborenen Lebens geht, dann ist es besser vorzubeugen, anstatt am Ende ein unnötiges Risiko mit möglichen gesundheitlichen Konsequenzen eingegangen zu sein. Vorsicht ist besser als Nachsicht – dieser Spruch gilt wohl auch für Menschen mit einem Herzschrittmacher oder Defibrillator. Denn wenn die Lebensretter, die bei den Betroffenen implantiert wurden, durch das Induktionsfeld aus dem Takt gebracht werden, dann ist niemandem damit geholfen.

Viele Fragen, kaum sichere Antworten

Vielleicht fragen Sie sich aber auch, wie sich das magnetische Feld beim Kochen mit Induktion auf die zubereiteten Speisen auswirkt und ob in dieser Hinsicht ein gesundheitliches Risiko zu befürchten ist. Leider ist auch diese Frage nicht ausreichend gut erforscht. Wer lieber auf Nummer sicher gehen möchte, der lässt also besser die Finger von einer Induktionskochplatte. Denn wenngleich der mögliche gesundheitliche Schaden durch Induktionsherde nicht nachgewiesen ist, gibt es auch keine Studien, die belegen, dass kein solches Risiko besteht. Einen Induktionsherd kaufen Sie also gewissermaßen auf eigene Gefahr. Kinder sollten Sie daher neben den bereits genannten Risikogruppen besser von Induktionskochfeldern fernhalten. Denn immerhin befindet sich ihr Kopf oftmals auf Höhe des Induktionskochfeldes.

Solange das Kochen mit Induktion nicht ausreichend erforscht ist, können wir leider keinen Freifahrtschein bezüglich der gesundheitlichen Unbedenklichkeit ausstellen. Daher sollten Sie als Verbraucher selbst entscheiden, inwiefern Sie dennoch am Kochen mit Induktion interessiert sind. Je länger diese Technologie auf dem Markt ist und je länger keine gesundheitlichen Zwischenfälle im Zusammenhang mit Induktionskochfeldern bekannt sind, desto mehr Mut macht dies jedoch. Wer sich einen Induktionsherd gerne zulegen möchte, sollte zumindest die vorhergehenden Sicherheitsvorkehrungen im Umgang mit seiner Induktionskochplatte einhalten.

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